Erlebnisgarten für integrativen Kindergarten

Veröffentlicht: 17. Mai 2010 in Kinder

Aachen. Armut, Gewalterfahrung sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch gehört für viele Kinder im Aachener Ostviertel oft zur Normalität. Der Alltag und die Umgebung der Kinder dieses Viertels wird vom „Verschwinden der Kindheit“ bestimmt.  Die Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten rund um das Rehmviertel sind für Kinder leider sehr begrenzt. Spielplätze gibt es nur sehr wenige und die wenigen Spielmöglichkeiten, die vorhanden sind, sind oft Schauplätze von Gewalt und Drogenkonsum. Das Umfeld bietet den Kindern kaum Möglichkeiten sich richtig auszutoben, zu klettern oder einfach zu träumen. In diesem sozialen Brennpunkt gehören mittlerweile Verhaltensstörungen, massive schulische Probleme, Ängste sowie Aggressionen zur Realität.

Damit sich an dieser Situation etwas ändert, müssen neue Sozialräume für Kinder geschaffen werden. Der integrative Kindergarten Schikita, der sich im Herzen des Rehmviertels befindet, hat so einen neuen Sozialraum geschaffen. Mit Unterstützung von knapp 30 Aachener Akteuren ist auf dem Außengelände der Einrichtung ein einzigartiger Erlebnisgarten entstanden. Der Garten bietet  Kindern unterschiedliche Fördermöglichkeiten in den Bereichen Grob- und Feinmotorik, Wahrnehmung, Kognition und Emotionalverhalten. Besonders wichtig ist es den Initiatoren, dass sowohl Kinder mit Behinderung als auch ohne, gleichermaßen diesen natürlichen und geschützten Erlebnisraum nutzen können. Dieser neue Erlebnisraum soll aber nicht nur motorische Leistungen fördern, sondern vornehmlich ein Ort sein, an dem die Kinder Kind sein dürfen.

„Nur durch die Hilfe von den Aachener Spendern und Helfern ist dieses Kinderparadies entstanden“, unterstrich Silke Bührmann (Kindergartenleiterin) das besondere Bürgerengament bei einem Dankesessen für alle Beteiligten. Diese wurden nach Fertigstellung der Außenanlage alle zu einem wahren Festessen, unter dem Motto „Tausend und eine Nacht“ eingeladen. Fernab vom Kindergartenalltag präsentierte sich die Einrichtung mit orientalischer Dekoration, arabischer Einrichtung in morgenländischer Atmosphäre. Für ihren Einsatz sowie das Bereitstellen von Materialien und Maschinen wurden die Aachener Helfer mit einem bezaubernden marokkanischen Essen belohnt. Die Küchenfee Najat Bourifouri verzauberte die Gäste mit Couscous, traditioneller Suppe und himmlischen Nachspeisen, während Frau Bührmann das Resultat aus schweißtreibender Arbeit vorstellte.

Als besonderes Highlight wurde ein „Psychomotik-Erlebnis-Hügel“  errichtet, auf dem Kinder verschiedene Erfahrungs- und Spielelemente zur Verfügung stehen. Durch den Hügel zieht sich eine integrierte Betonröhre, in der sich die Kinder verstecken und durchkriechen können. Eine Hügeltreppe ermöglicht es dabei den Kindern die Hügelspitze zu erreichen. Oben angelangt gibt es eine verlockende Wassermatschanlage, die  mit einer Saug- und Schwenkpumpe ausgestattet ist. An diesem künstlichen Bachlauf kann man herrliche Wasserexperimente machen, wie Staudämme bauen oder Schiffchen schwimmen lassen. Kinder, die motorisch eingeschränkt oder behindert sind, können auf einem Spielpodest über zwei Ebenen, zu neuen Blickwinkeln gelangen.

Ein weiteres Highlight ist der Kletterwald-Balanceparcour mit Schwebenetz. Hier lernen die Kinder ihr Gleichgewicht zu halten und ihre Grenzen zu akzeptieren, aber auch neue Herausforderungen zu überwinden. In Eigenleistung wurde ein Mosaikdrache erbaut, der den Kindern die Möglichkeit zum Klettern und gemütlichen Verweilen bietet. Am 12.03.2010 soll es eine Einweihungsfeier im Garten geben.

Veröffentlicht: Aachener Zeitung

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