Woran glauben die Deutschen eigentlich?

Veröffentlicht: 17. Mai 2010 in Allgemein

Etwas mehr als 3 Millionen Muslime leben Deutschland, über 10 Millionen in der Europäischen Gemeinschaft. Es ist die weltweit am raschesten wachsende Religionsgemeinschaft und wächst auch in Europa schnell. Burkas in Frankreich, Moscheenbau in Köln und Minarette in der Schweiz sorgen immer wieder für öffentliche Diskurse. Dabei geraten oft die Freiheit der Religionsausübung und die westliche Trennung von Religion und Politik in Konflikt. Dadurch stellen sich interessante Fragen an die BürgerInnen dieses Landes sowie an die Bundesregierung. Wie religionsneutral muss ein Staat eigentlich sein? Muss er Distanz zu allen Religionen haben? Wie religiös sind die Deutschen eigentlich? Diese und weitere Fragen sind Gegenstand der Vortragsreihe „ Glaubensfrage – Religion und Politik im Konflikt“. Experten aus den Bereichen der Islamwissenschaft, Politikwissenschaft und auch Migrationsforscher beleuchten das Verhältnis von Staatlichkeit und Religion aus unterschiedlichen Perspektiven.

Die Auftaktveranstaltung am 17. Mai 2010 hält Prof. Dr. Claus Leggewie, Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen. Er wird über Moscheenkonflikte sowie über Moscheen und Muslime in Deutschland referieren. Ziel ist es zu untersuchen, wie verschiedene Kulturen in Europa und speziell Deutschland zusammen leben können.

Die Islamwissenschaftlerin Prof. Dr. Gudrun Krämer beschäftigt sich derweil mit der Säkularisierung im Islam und widmet sich der provokanten Frage: Ist der Islam demokratiefähig bzw. lässt sich der Islam säkularisieren?

Einem außereuropäischen Thema widmet sich Prof. Dr. Rainer Pätorius aus Hamburg. Der Professor für Verwaltungswissenschaft belichtet Amerika als ein religiöses christliches Volk mit besonders vielen kleinen Abspaltungen.

Prof. Dr. Christoph Möllers beschäftigt sich in seinem Vortrag mit dem Thema: Säkularer Staat und Religion. Inhaltlich kommen hier  besonders kontroverse Diskurse zum tragen, wie etwa die Kopftuchdebatte oder auch der Umgang der Bundesregierung mit Minderheiten.

Besonders interessant könnte der Vortrag von  Prof. Dr. Detlef Pollak, von der WWU Münster, werden, der die Thesen eines Religionsmonitors der Bertelsmann Stiftung zum Thema: Was glauben die Deutschen eigentlich? vorstellen wird.

Abschließend stellt Prof. Dr. Dietrich Thränhard die Frage: Wie gehen wir in Deutschland eigentlich mit Einwanderung um? Wie funktioniert kulturelles Zusammenleben oder an welchen Stellen ist es schwierig.

„Man muss nicht Theologie studiert haben, um sich diesen Themen zu widmen. Wir wollen mit dieser Vortragsreihe Aachener Menschen erreichen, die mit den Experten diskutieren, philosophieren und disputieren wollen“, sagt Dr. Manfred Sicking, Co-Dezernent der Stadt Aachen und Lehrbeauftragter am Institut für Politische Wissenschaft.

Die Initiative Europäische Horizonte lädt seit 2003 jährlich zu Vortragsreihen zu Zukunftsfragen ein.  „Ziel ist es europapolitische Themen zu diskutieren und Aachen ist ein Ort für europapolitische Diskurse.“, meint Dr. Manfred Sicking weiter. „Spätestens seit dem 11. September 2001 sind Religionen zum Gegenstand politischer Diskurse geworden. Aber auch in der Sozialwissenschaft und im Bereich der Philosophie ist die Debatte um den Glauben als gesellschaftliche Instanz neu entfacht. Es gilt zu prüfen ob die These „Je stärker ein Staat säkularisiert ist, desto weniger Einfluss hat die Religion“ wirklich zutrifft. Wir freuen uns darauf, mit Interessierten über genau diese Themen zu diskutieren.“

Veröffentlicht: Klenkes – Das Stadtmagazin

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