Zirkus für alle – 20 Jahre Configurani

Veröffentlicht: 17. Mai 2010 in Kinder

Balllaufen, statt Hausaufgaben– Seiltanzen, statt Formelnlernen und Akrobatik, statt Vokabelpauken – das wäre ein Traum für viele Schüler. Dazu einen Schulhof mit Bällen, Keulen, Diabolos und Einrädern – das wäre toll. Was sich nach Utopie anhört, gehört seit nunmehr 20 Jahren an der Viktoriaschule Aachen zum  Schulalltag. Hier jonglieren  die Schüler von der Sexta bis zur Oberstufe nicht nur mit ihren Noten, sondern mit allem was sich in die Luft werfen lässt.

Angeführt von ihrem Zirkusdirektor Krenne Aymanns entstand im Oktober 1989 die „Zirkus AG“, von vielen argwöhnisch beäugt und von unwissenden und neidischen Schülern als „Müsli-AG“ tituliert. Zwei Dekaden später ist der Schülerzirkus an der Viktoriaschule nicht mehr wegzudenken. Auf bis zu 30 Auftritte pro Jahr  schaffen es die Aachener Zirkuskinder, ob auf  internationalen Jugendzirkusfestivals, der Kieler Woche oder beim europäischen Jongliertreffen in Banjoles bei Barcelona – der Aachener Schülerzirkus ist immer dabei.

Der Zirkus Configurani ist mittlerweile eine feste Größe im Kleinkunstbereich, was nicht zuletzt die traditionellen Auftritte im renommierten Roncalli-Zirkus beweisen.

Was aber macht eine Zirkus AG so beliebt? Als erstes wohl die interessanten, breit gestreuten und spektakulären Angebote. Bei den Kleineren sind das Einradfahren, Balllaufen und Trapez, bei den Größeren das Jonglieren mit Bällen, Ringen und Keulen. Dazu gibt es Seillaufen, Tücher – Hut – und Kistenjonglage, Menschenpyramiden und Akrobatik, Diabolo, Rollbrett, Devil Stick, Tellerdrehen, Leiterakrobatik und nicht zuletzt die Clownerie. Jeder findet dort „seine“ Disziplin in der er die Lernerfolge sofort den Eltern, Freunden und Verwandten vorzeigen kann. Das gibt Selbstvertrauen und motiviert, da Lernerfolge sich anfangs recht schnell einstellen. Viele Schüler, für die „Sport gleich Mord“ ist, finden hier völlig andere Bewegungsmöglichkeiten und Erfahrungsbereiche die der Schulsport kaum bieten kann.

Auf die Frage hin, was denn der Krenne eigentlich beim Zirkus macht, antwortete ein Schüler nach einigem Zögern: „Der Krenne macht eigentlich gar nichts“. So ganz kann man das natürlich nicht stehen lassen, denn der Krenne ist so was wie eine Zirkusikone in Aachen. Mit ihm steht und fällt die gesamte Zirkusarbeit: Er plant mit den Schülern das Programm, gibt Hilfestellung bei Tricks und Geräten, er organisiert die Auftritte und hält letztendlich die ganze Bande zusammen – Ehemalige, wie aktive Artisten gleichermaßen. „Als ich am 1.9.1989 als Mitarbeiter im freizeitsportlichen Bereich an der Viktoriaschule in Aachen anfing, war für mich klar, dass ich auch meine Leidenschaften und meine Erfahrungen im Kleinkunstbereich – ich bin Mitglied der Clownerie und Pantomimengruppe „Grautvornix“ und ein Teil des Comic Jongleurduos „Die Quärschläger“ – in meinen Aufgabenbereich integrieren wollte. Mich reizte es auch, einmal eine längere Zeit als nur ein Wochenende oder eine Projektwoche mit Schülern in diesem Bereich zu arbeiten.“ Wie der Krenne zum Zirkus steht, beschreibt er in einem Satz: „Zirkus ist möglich, auch wenn alles wie ein großes Chaos aussieht“.

Veröffentlicht: Klenkes – Das Stadtmagazin

Wer sich von diesem Chaos inspirieren lassen will, ist am 15.Mai in die Aula der Viktoriaschule zur großen Jubiläumsshow eingeladen.

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