Über Land – Wege entstehen beim Gehen

Veröffentlicht: 20. Mai 2010 in Aachen, Kunst
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Aachen. „Über Land“ ist der Titel der Ausstellung, der Aachener Künstlerin Mechthild Seck, die vom 18. Mai bis 26. Juni auf der ersten Etage der Öffentlichen Bibliothek Couventstraße zu sehen ist. Der Titel klingt nach Aufbruch, nach Natur und nach einem Weg. Bei Mechthild Secks Malerei entstehen die Wege wie beim Gehen.

Quelle: Mechthild Seck

Sie transformiert wahr genommene Landschaft in Farbfelder mit einer kraftvollen sehr differenzierten Farbsprache. Ihre Inspiration bezieht sie aus der Landschaft der Aachener Heide, die sie beim täglichen Spaziergang beobachtet und verarbeitet. „Durch das wiederholte Gehen in einer bestimmten Landschaft entdecke ich stetig Neues, wie Veränderungen durch Jahreszeiten oder Lichtverhältnisse. Beim Gehen wird die Zeit auf das menschliche Maß, den Schritt reduziert. Damit verändern sich Wahrnehmung von Raum und Zeit“, erklärt die Künstlerin ihre Arbeit.

Quelle: Mechthild Seck

Mit ihrer Variante des Landart wandelt sie geographische Räume vom kleinsten Maßstab bis zu ganzen Landstrichen zu einem Kunstwerk. Ihre Bilder sind nicht fotographische oder naturalistische Dokumentation, sondern Ausdruck eines spontanen Gestus. Ihre Bilder strecken sich aus bis zu einem künstlichen Horizont, der den Blick des Betrachters ordnet.

Quelle: Mechthild Seck

Ihre Werke entstehen durch eine Öl-Mischtechnik aus Öl, Harz, Wachsseife und Eitempera auf Leinwand, meist im Querformat. Durch Farbwahl,  Rhythmus und Struktur entstehen atmosphärische Bilder in warmen Pastell- oder Erdtönen. In einer Mischung aus Streich- und Sprenkeltechnik erzielt Mechthild Seck eine romantisch anmutende Schöpfungseinheit.

„Romantik in der Landschaft zu suchen, das scheint wohl deutsche Tradition“, erläutert Dr. Horst Dieter Rauh, Geschichtsphilosoph und Naturästhetik-Experte bei der Eröffnung. „Von Eichendorf über Schubert bis zu Goethe studierten viele deutsche Künstler die Natur und ihre Landschaften. Dabei war das physische Erleben der Natur groß geschrieben. Wandern galt als Welterfahrung – als geistiger Vorgang, der Empfänglichkeit für die Landschaft schafft.“, so Rauh.

Quelle: Mechthild Seck

Diese Idee greift Mechthild Seck den Räumlichkeiten der Bibliothek auf. Durch das Bewegen in den Räumlichkeiten der Bibliothek kann der Betrachter seine Augen wandern lassen, in sich selbst gehen und „Über Land“.

„Erfahrung von Landschaft ist wesentlich damit verbunden, sie gehend zu begreifen“, erklärt Mechthild Seck.

Veröffentlicht: Aachener Zeitung

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