Mit ‘Aufführung’ getaggte Beiträge

Quelle: DasDa Theater

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„Creeps“ so heißt das neue Lifestylemagazin eines Musiksenders. Das Konzept steht, das Studio ist bereits hergerichtet – das einzige, was noch fehlt ist ein geeigneter Moderator. Für den Job schreibt der Sender ein Casting aus. Die Schülerinnen Lilly (Patricia Rabs), Maren (Ina Pappert) und Petra (Franziska Holitschke) haben es in die Endrunde geschafft und sollen nun ihr Können vor laufenden Kameras beweisen. Jede der drei jungen Mädchen würde alles dafür geben, den Job zu bekommen. Doch nur eine wird sich durchsetzen. Da heißt es Ellebogen ausfahren ohne Rücksicht auf Verluste.

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Verschiedene Aufgaben und Rollenspiele gilt es zu bestehen. Was am Anfang noch Spass macht, stößt schon bald an die Grenzen der emotionalen Belastbarkeit. Denn so taff sich die Jungmoderatoren auch geben, trägt eben jede für sich ein kleines dreckiges Geheimnis mit sich herum. Die Stimmung heizt sich auf – die Konkurrenzsituation kratzt an den Nerven – bis das Studio zur Kampfarena wird. Ring frei für einen Seelenstriptease hormongeladener Heranwachsener. Die Regeln sind gänzlich einfach: Erlaubt ist, was später Quote bringt. Gekämpft wird mit harten Bandagen. Doch wird das am Ende reichen? Erst spät, aber dann immer deutlicher merken die Mädchen, dass sie Teil eines perfiden Marionettenspiels sind.

Das 80minütige multimediale Stück von Autor Lutz Hübner spielt mit den Sehnsüchten der Generation Casting. Auf subtile Art und Weise testen die Strippenzieher im Hintergrund eine Kopplung aus Schaulust und Selbstzerfleischung der Kandidaten. Authentisch spielen Rabs, Pappert und Holitschke die Zerrissenheit zwischen Schein und Sein. Das Stück lebt von Ihren Gefühlsschwankungen – ebenso wie eine richtige Casting-Show. Allerdings sind die Wutausbrüche der Protagonisten, so gut sie auch gespielt sind, eher anstrengend als unterhaltsam. Auch das Publikum wird in diese Theatralik miteinbezogen.

Quelle: DasDA Theater

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Die Zuschauer sitzen sich zu beiden Seiten der drehbaren Bühne gegenüber und werden somit Teil der Szenerie. Abwechselnd wird live auf der Bühne performed und anschließend das entstandene Videomaterial auf Monitoren präsentiert. Jedoch sind die Videoausschnitte so laienhaft zusammengesetzt, dass sie höchstens den „Fremschäm“-Charakter des Stücks unterstreichen. So interaktiv das Stück sich auch präsentiert, gelingt es nur mäßig den Spannungsbogen bis zum Ende aufrecht zu erhalten. Zu berechenbar ist der Plot, der höchstens durch Witz einige Überraschungen schafft.

Quelle: DasDa Theater

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Vielleicht darf man auch nicht älter sein als das klassische Dieter-Bohlen-Publikum um sich von dieser Inszenierung mitreißen lassen zu können. Alles in allem eine großartige schauspielerische Leistung vor einer eher mittelmäßigen Inszenierung.

Mehr Infos unter http://www.dasda.de/

Veröffentlicht in: Klenkes – das Stadtmagazin Ausgabe 10 / 2010

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Aachen. Die Stadtbibliothek Aachen feiert am 3. und 4. September einen runden Geburtstag an ihrem Standort in der Couvenstraße. Vor 30 Jahren bezogen 500.000 Bücher die neuen Räumlichkeiten im Zentrum der Stadt. Eine logistische Mammutaufgabe – wie man sich vorstellen kann. Doch der Aufwand hat sich gelohnt. Rund 1.500 Leser stöbern täglich in den Beständen der Bibliothek, mehr als die Hälfte von ihnen ist jünger als 25 Jahre. Eine Millionen Ausleihen werden jährlich verbucht und das bei gleichzeitiger Reduktion von Personal und Geldern. Doch das Team der Stadtbibliothek lässt sich davon nicht abschrecken – im Gegenteil. Die Bibliothek ist heute mehr denn je ein kultureller Treffpunkt und erste Anlaufstelle für Bücherfreunde.

Etwa 400 Veranstaltungen finden hier im Jahr statt, die rund 15.000 Besucher anlocken. Zum Jubiläum wird ab September ein besonders abwechslungsreiches Programm angeboten. Durch tatkräftige Unterstützung des Fördervereins ist es sogar gelungen, die Veranstaltungen für den Besucher kostenfrei zu halten.

Gestartet wird mit der Lesekollage „…um das Wesen der Freiheit – und vielleicht ne ganze Ecke mehr!“ mit der Schauspielerin Petra Wolteroth am 03. September um 19.30 Uhr. Zusammen mit dem Kontrabassisten Manfred Hilgers wagt die Schauspielerin eine Reise durch Texte von Virginia Wolf bis zu Ingeborg Bachmann, gepaart mit viel mit Musik und Chanson. Recherchiert hat sie ihr Programm in der Aachener Stadtbibliothek – ein Grund mehr es auch hier einmal aufzuführen. „Die Bibliothek ist für mich ein Ort der Stille und gleichzeitig ist die Umgebung von Büchern ein inspirierendes Moment. Mit meinem Programm möchte ich die alten, klassischen Autoren stimmlich an jüngere Generationen weitergeben. So kann der Besucher Literatur nicht nur über die Augen, sondern auch über die Ohren wahrnehmen“, so Wolteroth.

Wer dann noch mehr auf die Ohren möchte, sollte sich am Samstag, den 04. September  um 11.45 Uhr auf keinen Fall die Klezmer-Band „Dance of Joy“ entgehen lassen. Das Ensemble ist berühmt für den Kontrast zwischen überschäumenden Temperament und viel Einfühlungsvermögen und die Vielfalt ihrer Musik. In ihren eigenen Arrangements verbindet sich die Ausdruckskraft traditioneller Klezmerstücke mit der Leichtigkeit und Improvisationskunst des Jazz zu einem mitreißenden Klangerlebnis. Die Konzerte dieser Gruppe enden regelmäßig in Standing Ovations – daher wird diesmal von vorneherein auf Bestuhlung verzichtet. Bei einem zweistündigen Wandelkonzert folgt der Zuhörer der Musik über die verschiedenen Etagen der Bibliothek und erlebt so die Räumlichkeiten aus einer neuen Perspektive.

Seit nunmehr 30 Jahren ist die Stadtbibliothek bereits Ort der Verständigung, des Zusammentreffens und des Austauschs. Mit Rückblick auf diese 30 Jahre war es nicht nur ein Neubeginn in einem neuen Gebäude, sondern auch immer wieder eine neue Herausforderung an die rasanten Veränderungen in der Medienlandschaft. Vor dem Umzug wurde noch mit Klappkarten-Systemen und Leserheften gearbeitet bis dann 1979 die EDV einzog und die Arbeit der Bibliothekare grundlegend veränderte. „Was ich in meiner Ausbildung einmal gelernt habe, das kann ich heute getrost vergessen“, schmunzelt Wilma Franzen, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit im Haus. Heute stellt sich die gelernten Bibliothekarin ganz neuen Herausforderungen wie dem „Social Media Marketing“ oder dem Veranstaltungsmanagement.

Die Bibliothek entwickelt sich mit den Bedürfnissen der Gesellschaft und vergisst dabei niemals die eigentliche Aufgabe der Bibliothek: den Zugang zu Informationen, Medien und moderner Informationstechnik zu ermöglichen.